Makroblitz / Ringblitz Nissin MF18 von Christian Kurth

Erste Eindrücke

Wer die Folien des Blitzvortrages durchgesehen hat, wird sich vielleicht wundern, warum ich nichts bzgl. eines Makro- / Ringblitzes erzählt habe.
Ich hatte schlicht keinen. Der recht beliebte Ringblitz von Sigma war nicht mehr erhältlich und in ein großes Makroblitzsystem etwa von Nikon mit ca. 600.- € wollte ich nicht investieren. Letztlich erstand ich dann doch den Ringblitz MF18 von Nissin, welcher zur Zeit (Mai 2022) auch immerhin ca. 320.- € kostet. Sicherlich auch kein Schnäppchen.

Bild 2

Bild 1

Nebenbei jedoch wichtig, wer noch keinen Systemblitz für seine Kamera hat, sollte sich sicher lieber den Systemblitz kaufen als einen Ringblitz. Zudem solltet ihr zuvor klären, ob der Nissin MF18 mit eurer Kamera kompatibel ist (Internet).
Für das gute Geld erhält man dann auch ein schickes kleines Köfferchen (Bild 1) mit dem Blitz und einem Satz von 6 Befestigungs-/ Schraubringe von 52-77mm (Bild 2).

Erstaunt stellt man jedoch fest, dass der Blitzaufsatz am Objektiv aus Plastik gefertigt ist (Bruchgefahr bei Stößen im Geländeeinsatz).

Bild 3

 Aber alles ist solide und gut verarbeitet und spätestens wenn man den Blitz ohne Stativ benutzt, freut man sich, da der gesamte Blitz „nur“ etwa 500 g wiegt und noch mitsamt der Kamera gut zu händeln ist. (Bild 3)

Leider wird trotz des Preises nur eine minimalistische Gebrauchsanweisung mitgeliefert, jedoch kann man sich aus dem Internet die ausführlichere Anleitung kostenlos herunterladen und ggf. auch ausdrucken.

 
In der Praxis lässt sich der Blitz im Modus Auto oder TTL schnell gebrauchen, ohne viel nachzudenken. Die Steuerung der Einstellungen erfolgt über die Kamera. Am Blitz lässt sich sowohl die Stärke (+/- EV) der Belichtung mit den Pfeiltasten re.-li. verstellen, als auch das Seitenverhältnis der 2 Halbringe (A/B) mit den Pfeiltasen oben-unten. Bei Hochformataufnahmen dreht sich nicht nur die Displayanzeige um 90°, auch die Tastenfunktion der Pfeiltasten ändert sich ebenfalls um 90°, so dass man nicht umdenken muss.

Auf Druck am Steuerungsaufsatz (Set) für 2 sec. kann man auch ein Dauerlicht ein- und ausschalten. Blüten freistellen oder mit geschlossener Blende fotografieren ist problemlos möglich. (Bild 4 /5)
Wer den Blitz von der Objektivhalterung löst, kann das Licht noch variabler gestalten, hier sind jedoch Fehlmessungen der Belichtung durch die Kamera möglich (Bild 6), wenn der Ringblitz mit der Hand gehalten wird und sich ggf. der Abstand zum Motiv etwas ändert.

Wer dieses vermeiden will, kann den Blitz stabil befestigen oder als Master zur Steuerung von Systemblitzen nutzen (entfesseltes Blitzen), welche über den Steuerungsaufsatz des Blitzes angewählt werden. Hier irritierte mich jedoch, dass man den Vorblitz zur Blitzlichtsteuerung sieht, dies kann ggf. auch einmal scheue Insekten zum Abflug motivieren.

Mit einer Leitzahl von 16 bei ISO 100 sollte man sich jedoch auf den Gebrauch bis max. 1 m beschränken, wenn man den Blitz zur Erhöhung der Blende einsetzen möchte.
Auch die Kurzzeitsynchronisation mit Einstellung über die Kamera ist möglich, bei so kleiner Leitzahl sehe ich hier aber den Einsatz als begrenzt an.


Fazit:
Zum Transport im Fotorucksack muss man sich sicherlich noch etwas überlegen, dafür ist der Aufbewahrungskoffer sicher nicht geeignet. Trotzdem macht es Spaß Blüten / Insekten mit dem Blitz zu fotografieren, da einfach eine Portion „Extralicht“ zur Verfügung steht und die Ausleuchtung auch bei geringem Abstand am Motiv ankommt.
Die Bedienung im Auto/TTL –Modus ist einfach und schnell zu lernen. Der Einsatz als Masterblitz erfordert sicher etwas mehr vorherige Übung zu Hause, damit später die Steuerung der Sendekanäle funktioniert.
Insgesamt ist der Ringblitz sicherlich eine Bereicherung vielleicht nicht nur meiner kreativen Möglichkeiten. (Bild 7 -9)

LG Christian

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.